Medien und Gewalt

Gewaltprävention muss den Bereich der Medien mit einbeziehen, denn ein unkontrollierter und unbegleiteter Zugang zur Medienwelt kann gerade für Vorschulkinder erhebliche negative Folgen mit sich bringen.

Kinder leben heute nicht nur in einer von Medien geprägten Umwelt, ihre Aneignung der Welt vollzieht sich, je älter sie werden, in einem zunehmenden Maße über Medien. Die Einflüsse von Medien auf den Alltag bereits von Kleinkindern sind allgegenwärtig und werden sich in den nächsten Jahren vor dem Hintergrund der sich immer weiter entwickelnden Informations- und Kommunikationstechnologien noch intensivieren.

Was als Gewalt in Medien bezeichnet wird, hängt davon ab, von welchem Gewaltverständnis man ausgeht und ob ein eher enger oder weiter Gewaltbegriff angelegt wird. In der Regel wird mit Gewalt in den Medien die Abbildung physischer Gewalt (schlagen, stechen, schießen) verstanden, nicht jedoch z. B. Unterdrückung und Diskriminierung oder Missbrauch von Macht.

Um keinen Zweifel aufkommen zu lassen: Kinder brauchen vor allem reale Erfahrungen in und mit ihrer Umwelt. Sie müssen ihre Welt mit allen Sinnen wahrnehmen können, also sehen, hören, riechen, begreifen, erfühlen. Kinder brauchen Körperlichkeit, Bewegung, Ausdruck und Resonanz. All dies können Medien ihnen nicht oder nicht allein bieten.

Stefan Aufenanger unterscheidet sechs Dimensionen von Medienkompetenz (Aufenanger o.J.):

  • Die kognitive Dimension bezieht sich u.a. auf Wissen, Verstehen und Analysieren im Zusammenhang mit Medien sowie Kenntnisse über Medien und Mediensysteme.
  • Die moralische Dimension bedeutet, Medien (und die Folgen ihrer Produktion und ihres Einsatzes) unter ethischen Aspekten beurteilen zu können. Als Maßstab sind die Menschenrechte oder Kinderrechte heranzuziehen.
  • Die soziale Dimension: die Umsetzung der kognitiven und moralischen Dimension erfolgt im Raum des sozialen und politischen Handelns. Menschen sollen befähigt werden, Rechte um Medien politisch zu vertreten und soziale Auswirkungen von Medien angemessen thematisieren zu können.
  • Die affektive Dimension umfasst den Bereich des Unterhaltens und Genießens von Medien.
  • Die ästhetische Dimension sieht Medien als Vermittler von Aus-drucks- und Informationsmöglichkeiten und betont dabei den kommunikationsästhetischen Aspekt.
  • Die Handlungsdimension bedeutet, Medien zu gestalten, sich mit Hilfe von Medien ausdrücken, informieren oder experimentieren zu können.

Die Auseinandersetzung mit Medien muss in vorschulischen Einrichtungen mit der Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beginnen. Six und Grimm (2007, S. 281) stellten bereits 2007 in ihrer Analyse fest, dass die Mehrheit der pädagogischen Fachkräfte sich auf ein nur unzureichendes Wissen stützen könne. Dies betrifft die von Kindergartenkindern bevorzugten Medienangebote, die Bewertung von Medien und einzelnen Medienangeboten sowie die Mediennutzung von Kindern. Daran hat sich bis heute nur wenig geändert. Medienpädagogik im Kindergarten kann nie auf die Kinder allein beschränkt sein, immer sollten die Eltern einbezogen werden.

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