Kommunikation

Gewaltprävention an der Schule heißt, Gespräche vorbeugend zu führen„Gewaltprävention an der Schule heißt, Gespräche vorbeugend zu führen und auch bei Problemen ein ‚Reden als Eingreifen‘ benutzt.“ Ebru K.

Gelingende Kommunikation ist ein Schlüssel zur Gewaltprävention. In diesem Baustein werden deshalb die Grundlagen menschlicher Kommunikation beschrieben und Möglichkeiten gelingender Kommunikation aufgezeigt. Dabei kommen der sozialen Wahrnehmung, dem Ausdruck von Gefühlen sowie der nonverbalen Kommunikation besondere Bedeutung zu.

Kommunikation ist eine unbedingte Voraussetzung des Zusammenlebens und der menschlichen Entwicklung. Verstehen und Ver­standen werden als Ziel gelungener Kommunikation ist nicht einfach zu erreichen. Um richtig verstanden zu werden genügt es nicht, die richtigen Worte zu wählen. Neben der „logischen“ Aussage, muss auch die „psychologische“ stimmen. Diese wird durch vielerlei, die Worte begleitende oder ersetzende Körpersignale, ausgedrückt. Zwischenmenschliche Kommunikation ist kein einseitiger, monologischer Prozess, sie findet in der Auseinandersetzung mit den anderen statt. Eine selbstständige Persönlichkeit entwickelt sich nur in und durch diese Auseinandersetzung, denn der Mensch kommt erst über das „Du“ zum eigenen „Ich“. Die Erfahrungen vom Anderen treten somit in den Mittelpunkt der Kommunikation.

als Voraussetzung von Kommunikation

Menschliches Verhalten wird wesentlich durch die Wahrnehmung bestimmt. Dass und wie ein Mensch sich verhält, hängt davon ab, wie er die ihn umgebende Welt wahrnimmt. Wahrnehmung ist kein fotografischobjektives Registrieren der Umwelt. Unsere Sinne können uns täuschen – sie sind zahlreichen Korrekturen, Einflüssen, Störungen und Fehlern unterworfen. Handeln in Problem- und noch mehr in Gewaltsituationen beruht häufig auf eingeschränkter Wahrnehmungsfähigkeit, verbunden mit mangelnder Informationsverarbeitung. Sind diese Situationen zudem noch emotional stark aufgeladen, schränken sich unsere Verhaltensmöglichkeiten auf wenige „erprobte Konstanten“ ein. Doch diese sind meist nicht angemessen. Fehlwahrnehmungen, eingeschränkte Wahrnehmungen oder falsche Interpretation und Verarbeitung des Wahrgenommenen bewirken oft falsche oder unangemessene Reaktionen.

Angst ist nicht nur ein schlechter Ratgeber, sie verhindert auch mögliche Lernprozesse, denn es gibt keine emotionsfreie Informa­tionsverarbeitung. Emotionsregulation ist an allen Prozessen der sozial-kognitiven Informationsverarbeitung beteiligt. Der gekonnte Umgang mit eigenen und fremden Emotionen ist dabei ein Schutz­faktor für das Individuum selbst wie für seine Sozialgruppe. Deshalb ist die sozialkognitive Informationsverarbeitung ein spannendes Arbeitsgebiet der Präventionsforscher geworden (vgl. Haug-Schna­bel 2005).

Das Ausloten von Macht und die Regulierung von Distanz und Nähe werden in der Sozialpsychologie als Grundfunktionen von Kommunikation gesehen (vgl. Wiemann/Giles 1990, S. 209-231). In vielen Kommunikationssituationen (also auch in Schule und Unterricht) versuchen die Schülerinnen und Schüler (aber natürlich auch die Lehrkräfte), die Kontrolle über die Situation und die anderen zu erlangen. Dies geschieht durch (bewusste oder unbewusste, verbale oder nonverbale) Beeinflussung der anderen. Solche Kontrollversuche können sich ausdrücken durch viel Reden, viel Fragen, wenig von sich Zeigen, direktem (demonstrativem) Blickkontakt, betont lockerer Haltung, starker Steuerung des Gesprächs, Unterbrechen des Gegenübers, abrupter Beendigung des Gesprächs usw.

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