Gewalt

Gewaltprävention in der Sekundarstufe„Gewalt ist für mich normal, denn es wird immer Schlägereien geben. Da kann man nichts machen." Luka B.

Ein differenzierter Gewaltbegriff ist für Gewaltprävention zentral.

Dieses Kapitel diskutiert verschiedene Gewaltbegriffe, macht auf Ursachen und Zusammenhänge von Gewalt aufmerksam und lenkt die Aufmerksamkeit darauf, das eigene Gewaltverständnis zu reflektieren.

 


 

Gewalt ist ein kulturelles Phänomen, das die Menschheit auf ihrem Weg begleitet. Gewaltprävention ist davon abhängig, was unter Gewalt verstanden wird und wo die Ursachen von Gewalt gesehen werden. Im Kontext von Gewaltprävention wird Gewalt häufig als physische Gewalt verstanden. Alltagsvorstellungen von Ge­walt haben in der Regel eher beschreibenden Charakter. Solche Vorstellungen spiegeln sich auch bei Umfragen wider, z.B. wenn gefragt wird: „Ist diese Handlung für dich Gewalt?“ Abgesehen davon, dass bei solchen Fragen weder die Motive, noch die Ziele oder Folgen des Handelns einbezogen werden, wird schnell klar: Gewalt kann nur kontextgebunden verstanden werden.

Gewalt bedeutet umgangssprachlich Schädigung und Verletzung von Personen oder Sachen. Der Begriff „Gewalt“ wird dabei häufig auch synonym zu dem Begriff „Aggression“ gebraucht bzw. als Teilmenge von Aggression verstanden. Dies rührt daher, dass sich die Begriffe Aggression und Gewalt nicht klar voneinander trennen lassen. Unter-Aggression werden häufig minder schwere Verletzungen oder die übertretung von sozialen Normen verstanden, während mit Gewalt schwere Verletzungen und übertretung von Geboten und Gesetzen bezeichnet werden. In diesem Verständnis ist Aggression dann eine Vorform von Gewalt. Allerdings beinhaltet der Begriff Aggression immer auch positive Lebenskräfte und Energien. Deshalb unterscheidet Erich Fromm (1996) zwischen „gutartiger Aggression“ als notwendiges Energiepotenzial und positive Kraft und „bösartiger Aggression“ als spezifische menschliche Leidenschaft, zu zerstören und absolute Kontrolle über ein Lebewesen zu haben. Die bösartige Aggression bezeichnet er als Destruktion.

  • Sexuelle Gewalt
    Die Schädigung und Verletzung eines anderen durch erzwungene intime Körperkontakte oder andere sexuelle Handlungen (z.B. Vergewaltigung, Kindersex, Kinderprostitution).

  • Frauenfeindliche Gewalt
    Tritt in Form von physischer, psychischer, verbaler oder sexueller Gewaltausübung auf. Frauen werden dabei als Individuum oder Gruppe diskriminiert und verletzt, z.B. durch die Vergewaltigung von Frauen im Krieg und/oder im Zivilleben; durch die Darstellung von Frauen in Medien als Lustobjekte.

Nicht nur sozialpsychologische Forschung weist auf eine Reihe von direkten Zusammenhängen hin, die das Auftreten von Gewalt wahrscheinlicher machen und die deshalb auch für die Prävention von großer Bedeutung sind.

Aggression und Strafe
Körperstrafen (körperliche Züchtigung/Corporal Punishment) als erlebte Gewalt durch enge Bezugspersonen zerstören nicht nur das Vertrauen zwischen Eltern/Erzieher und Kindern, sondern ste­hen in einem engem Zusammenhang zur späteren eigenen Gewaltanwendung. Auch wenn kein Automatismus zwischen selbst erlebter und ausgeübter Gewalt besteht, so zeigt sich doch immer wieder: wer Gewalt erfährt, neigt eher dazu, selbst Gewalt auszuüben (Bundesministerium für Jugend 2004; Bayer/Pfeiffer 2009).

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