Medien

Medien und Gewaltprävention„Computerspiele sind für mich schön, weil sie nichts damit zu tun haben, was Eltern und Lehrer darüber sagen.“ Mohammad M.

Dieser Baustein benennt die Gefahren, die mit Neuen Medien verbunden sind und zeigt vielfältige Möglichkeiten des produktiven Umgangs mit diesen Medien auf.

Jugendschützerische Gesichtspunkte werden dabei weniger unter dem Aspekt des Verbotes als vielmehr dem des Erwerbs von Medienkompetenz im Sinne der Fähigkeit zur eigenen Mediengestaltung diskutiert.

Ohne Zweifel hat die Auseinandersetzung mit Medien eine große Bedeutung für Strategien der Gewaltprävention. Nicht im reaktiven Sinne von Bewahrung und Verbot, sondern im aktiven Sinne der Aneignung von Medien zur aktiven Gestaltung und kritischen Auseinandersetzung. Dabei sollte bei der Diskussion um Gewalt in Medien stets im Bewusstsein sein: Es sind nicht Kinder und Jugendliche, die diese Spiele und Filme produzieren und in Umlauf bringen, sondern Erwachsene, die damit Geld verdienen wollen. Aber es ist genauso richtig, dass es neben dem Angebot auch eine Nachfrage nach solchen Spielen gibt.

Ob bzw. welchen Einfluss Gewaltdarstellungen in Medien auf reales Gewaltverhalten haben, wird sehr kontrovers diskutiert. Christian Pfeiffer und Matthias Kleimann vom kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen sehen einen direkten Zusammenhang zwischen Medienkonsum und Gewaltbereitschaft: „Die Gewaltbereitschaft wird wiederum durch häufigen Konsum von Aktionsfilmen und Gewaltexzessen in Computerspielen besonders nachhaltig gefördert“ (2006, S. 47).

Sind Medien geeignet, die Entwicklung von Kindern oder Jugend­lichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu gefährden, so gelten sie als jugendgefährdend. Auf Antrag bzw. Anregung entscheidet die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM), ob eine Jugendgefährdung vorliegt. Ist dies der Fall, werden die entsprechenden Medien indiziert, d.h. sie dürfen nur noch an Erwachsene verkauft, nicht mehr ausgestellt und beworben werden.

Die Frage, welche Darstellungsformen von Gewalt angemessen bzw. (noch) erlaubt sein sollen, lässt sich nicht nur unter dem Aspekt der möglichen Wirkung diskutieren. Es erscheint notwendig auch medienethische Gesichtspunkte einzubeziehen. Hierbei geht es um die Würde des Menschen und die Respektierung von universellen und kulturellen zentralen Werten die häufig in Konkurrenz zu den sog. Freiheitsrechten – u.a. Pressefreiheit, Freiheit der Kunst – gesehen werden.

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