Gewalt an Schulen

Gewalt an Schulen„Gewalt an der Schule gibt es, weil alle von der Schule genervt sind.“ Valentin A..

Dieses Kapitel klärt, was unter Gewalt an Schulen zu verstehen ist, welche Erkenntnisse über Ausmaß und Schwere der Gewaltvorfälle verfügbar sind sowie welche Ursachen und Risikofaktoren als relevant zu betrachten sind.

Dabei wird neben der von Schülerinnen und Schülern ausgehenden Gewalt auch die der Lehrkräfte und des Schulsystems beleuchtet.

Gewalt in der Schule stellt in allen Ländern ein Problem dar. Gewalt an Schulen wird häufig mit Gewalt von Schülern gleichgesetzt. Diese ist jedoch nur ein Aspekt. Melzer u.a. (2004, S. 86) weisen darauf hin, dass z.B. die deutsche Debatte um Schulgewalt in den 70er Jahren unter dem Aspekt von Schule als Ort von struktureller Gewalt geführt wurde. Schülergewalt wurde hier als Reaktion auf strukturelle Gewalt interpretiert, während es kennzeichnend für die neuere Diskussion (seit Anfang der 1990er Jahre) um Schule und Gewalt ist, dass der Fokus und die dominante Forschungsperspektive sich nahezu ausschließlich auf Schülergewalt richtet, während andere Schulangehörige (Lehrkräfte) als Täter fast überhaupt nicht vorkommen. Die Diskussion um Gewalt an Schulen muss jedoch alle Formen von Gewalt einbeziehen (vgl. Schäfer/Korn o.J.).

Die Wahrnehmung über das Ausmaß schulischer Gewalt wird weitgehend von der Medienberichterstattung und der öffentlichen Diskussion bestimmt, wobei brutale Einzelfälle oft zu Tendenzen sti­lisiert werden. Während die Berichterstattung und die öffentliche Wahrnehmung für die letzten Jahre eine starke Zunahme von Gewalt an Schulen unterstellen, wird diese Sichtweise von wissenschaftlichen Ergebnissen nicht gestützt. Dies trifft für die amerikanische Diskussion ebenso zu wie für die deutsche.

Die Ursachen schulischer Gewalt sind vielschichtig. Die Frage, ob schulische Gewalt „importierte Gewalt“ ist bzw. welchen Anteil und Einfluss die Schule selbst auf die Entstehung und Verbreitung schulischer Gewalt hat, spielt bei der Diskussion der Ursachen eine wichtige Rolle. Dass Gewalt an der Schule sowohl schulexterne als auch schulinterne Ursachen hat, ist in Wissenschaft und Forschung unbestritten. 

Der erste Schritt zur Gewaltprävention ist, sich dem Problem Gewalt zu stellen, d.h. anzuerkennen, dass auch in der eigenen Schule Gewalt vorhanden ist und Handlungsbedarf besteht.

Bereits bei der Auseinandersetzung, was als Gewalt in der Schule bzw. der jeweiligen Einrichtung verstanden werden soll, konkurrieren verschiedene Perspektiven und Weltsichten um die Inter­pretation der vorfindbaren Situation.

Die Materialien in diesem Kapitel wenden sich vor allem an Lehrkräfte und Eltern und sollen notwendige Klärungsprozesse unterstützen.

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