Konstruktive Konfliktbearbeitung

Konfliktbearbeitung„Wenn ich einen Konflikt habe, dann löse ich ihn auf meine Weise. Wenn es zu Gewalt kommt, lässt es sich manchmal einfach nicht vermeiden.“ Gülsah K.

In diesem Bereich werden theoretische Grundlagen der Konfliktbearbeitung dargestellt. Es wird erklärt, was ein Konflikt ist, welche Dynamik die Eskalation von Konflikten beinhaltet und auf welchen Grundsätzen konstruktive Konfliktbearbeitung beruht.

Des Weiteren wird das Konzept der Mediation eingeführt. Dieses Basiswissen stellt den Hintergrund für die Unterrichtsvorschläge dar.

Konflikte, die nicht oder unzureichend bearbeitet werden, können das Zusammenleben und das Klima in der Schule und darüber hinaus nachhaltig beeinträchtigen. Destruktiv ausgetragene Konflikte verursachen nicht nur menschliches Leid, sondern auch hohe Kosten, da sie ein normales Unterrichtsgeschehen stören, zu starken Einschränkungen bis hin zu Krankheiten führen können und Arbeitskapazität binden. Konflikte sind immer auch Hinweise auf Probleme und Schwierigkeiten und zeigen auf, wo (persönliche, or­ganisatorische und strukturelle) Entwicklungen notwendig sind. Konstruktive Konfliktbearbeitung leistet einen Beitrag zur Gewaltprävention, indem im Bereich der primären Prävention Basiskompetenzen eines anderen Umgangs mit Konflikten gelernt werden, im Bereich der sekundären Prävention z.B. durch Mediationsverfahren eine faire tragfähige Lösung erarbeitet wird, was eine (weitere) Eskalation verhindert und im Bereich der tertiären Prävention Möglichkeiten des Täter-Opfer-Ausgleichs und der Versöhnungsarbeit einem Rückfall in erneute Gewaltanwendung entgegenwirken können.

Eine gewaltfreie konstruktive Konfliktaustragung ist die Grundbedingung gelingenden menschlichen Zusammenlebens. Die Ermöglichung, Unterstützung und Förderung von Möglichkeiten konstruktiver Konfliktbearbeitung auf persönlicher, institutioneller und gesellschaftlicher Ebene stellt deshalb alternative Handlungskonzepte zur Verfügung, die Wertschätzung und Respekt beinhaltet und fairen Interessenausgleich anstreben.

Konfliktfähigkeit im Sinne von „angemessen im Konfliktgeschehen agieren und reagieren“ zu können und damit konstruktive Lösungen anzustreben, lässt sich erlernen. Sie stellt eine spezifische Kompetenz dar, die über den Bereich des üblichen sozialen Lernens hinausgeht (vgl. Gugel 2006, S. 121 f.).

Die im Nahbereich notwendigen Kompetenzen für Konfliktfähigkeit lassen sich in fünf Bereiche aufgliedern: (1) kommunikative Kompetenzen, (2) kooperative Kompetenzen, (3) Deeskalations-Kompetenzen, (4) Verfahrens-Kompetenzen und (5) Konfrontations-Kompetenzen.

Im schulischen Kontext ist es wichtig verbindliche Regeln für den Umgang mit Konflikten zu etablieren. Darüber hinaus hat es sich als sinnvoll erwiesen, Instrumente wie z.B. einen regelmäßig tagenden Klassenrat, Konfliktsprechstunden und Schüler-Streit­Schlichtung zu implementieren. Letztlich sollte das Ziel sein, ein Konfliktmanagementsystem in der Schule aufzubauen, das für alle Gruppen angemessene Bearbeitungsmöglichkeiten bereit stellt.

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