Interkulturelles Lernen

Interkulturelles Lernen„Wenn Jugendlich aus verschiedenen Nationen zusammen sind, endet das mit einem Chaos, weil es sehr oft an Vorurteilen scheitert und man sich deshalb häufig gegenseitig beleidigt.“ Fontana M.

Dieser Baustein zeigt, wie interkulturelles Lernen als Auseinandersetzung mit dem Anderen, Fremden, als Bewusstwerden der eigenen Kultur und der Gleichwertigkeit anderer Kulturen ausse­hen kann.

Es geht darum, Abwertungen, Diskriminierungen und Fremdenfeindlichkeit zu bekämpfen und interkulturelle Kompetenzen zu stärken. Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund kommt dabei besondere Aufmerksamkeit zu.

In Deutschland lebten Ende 2008 über 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ist mit ca. 19 Prozent doppelt so hoch wie der Anteil der bisher erfassten Ausländer, die ca. 9 Prozent der Gesamtbevölkerung (6,7 Mio.) stellen (Bundesamt für Migration 2009).

Die Entwicklung interkultureller Kompetenz als Erweiterung der eigenen Wahrnehmungsfähigkeit für Fremdes und als die Fähigkeit, das Andere als anders zu akzeptieren, wird von der UNESCO als Kern einer Erziehung zum Frieden und zur Demokratie angesehen.

„Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“

Als Konzept zur überwindung von Fremdenangst und Fremdenfeindlichkeit und als programmatischer Plan für ein friedliches Zusammenleben wird immer wieder eine „multikulturelle Gesellschaft“ als in Teilbereichen bereits vorhandene Realität sowie als Zielperspektive beschrieben (vgl. Demorgon/Kordes 2006, S. 27 ff.). über das Verständnis dessen, was als multikulturelle Gesellschaft zu bezeichnen ist, wie sie gesehen wird und ob sie überhaupt anzustreben ist, gibt es erhebliche Unterschiede: So wird sie zum einen als Chance gesehen, schwerwiegende gesellschaftliche Probleme und Entwicklungen zu bewältigen. Zum andern aber wird sie von einem Teil der Bevölkerung auch als Bedrohung wahrgenommen und mit dem Verlust der eigenen Kultur verbunden, sowie als Gefahr der übervölkerung erlebt.

Interkulturelles Lernen hat heute die Aufgabe, die Achtung der kulturellen Vielfalt und das gegenseitige Verständnis für unterschiedliche Lebensweisen zu fördern. Dies bedeutet für unsere Gesellschaft konkret:

  • ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern Schutz vor übergriffen zu garantieren: Ihnen die physische und psychische Unversehrtheit in allen Lebensbereichen zu gewährleisten.
  • Diskriminierungen (auch verdeckte) zu erkennen, um sie dann abzubauen: Also Benachteiligungen und Diskriminierungen in Gesetzen und Verordnungen ebenso wie im realen Zusammenleben zu beseitigen.
  • Solidarisch sein: Im alltäglichen Lebensvollzug Unterstützung und Hilfe für die Schwächeren geben.
  • Partizipation ermöglichen: Beteiligungsrechte für kulturelle Minderheiten im politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich schaffen.
  • Gleichheit verwirklichen: Auf allen gesellschaftlichen Ebenen nicht nur Toleranz üben, sondern Chancen- und Beteiligungsgleichheit verankern.

Das Bildungswesen in einer Einwanderungsgesellschaft, so Georg Auernheimer (o.J.), muss nach den Prinzipien gestaltet werden, nach denen eine multikulturelle Gesellschaft verfasst sein sollte. Es geht um Gleichheit der Rechte und Sozialchancen und um die Anerkennung von Andersheit, konkret um die Anerkennung von Lebensformen, kulturellen Symbolen etc., die für andere Identitätsentwürfe bedeutsam sind. Diese Prinzipien haben strukturelle und curriculare Konsequenzen.

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