Zivilcourage lernen

Zivilcourage lernen„Zivilcourage zeigen, heißt einzuschreiten, wenn eine andere Person in Bedrängnis gerät, auch wenn man sich selber in Gefahr bringt.“ Daniel R.

Dieser Baustein zeigt, was zivilcouragiertes Handeln bedeutet und welche Voraussetzungen vorhanden sein müssen, um Zivilcourage zu fördern. Dabei geht es nicht nur um das Eingreifen in Problemsituationen, sondern vor allem auch um eine Schärfung der Sensibilität und des Gewissens für die Verletzung der Rechte anderer.

Nicht Wissen, sondern eigene Handlungsmöglichkeiten stehen dabei im Vordergrund.

„Fremdenhass und Gewalt gegen Minderheiten sind aus unserer Gesellschaft nicht verbannt und kommen nahezu täglich vor. Ausländer, Behinderte, Obdachlose werden diskriminiert, bedroht oder angegriffen. Menschenfeindliche, antisemitische und rassistische Ideologien werden öffentlich vertreten. Die Gräuel des Nationalsozialismus werden verharmlost oder gar geleugnet“ so der frühere Bundespräsident Johannes Rau (2000). Wenn wir nicht wollen, dass unser Land vergiftet wird und unsere Demokratie ihre Basis verliert, ist es zentral, sich gegen Unrecht, Ungerechtigkeit und Willkür zu wehren und Freiheit und Menschenwürde überall dort zu verteidigen, wo sie infrage gestellt oder beschnitten werden. Dies fängt im Alltag an, reicht über den beruflichen und öffentlichen Bereich bis zur Politik.

Solidarisches, helfendes Verhalten bezieht sich sowohl auf Situationen, in denen unmittelbare Hilfeleistungen notwendig sind, wie auch auf lebensfördernde, erst langfristig wirkende Verhaltensweisen. In der sozialpsychologischen Forschung werden häufig drei Klassen von Motiven unterschieden, die für solidarisches Verhalten förderlich sind (vgl. Staub 1981, S. 53 ff.):

Wichtige Voraussetzungen für zivilcouragiertes Handeln sind die Entwicklung von Empathie sowie die Bereitschaft und Fähigkeit zum kritischen Umgang mit Autoritäten. Nur wer fähig und bereit ist, sich in die Situation des anderen einzufühlen, der hat möglicherweise den Impuls zu helfen (vgl. Ostermann 2000). Empathie ist also die motivationale Basis der Hilfsbereitschaft.

Für die Entwicklung von zivilcouragiertem Verhalten spielen desweiteren weniger moralische Appelle als vielmehr Lebenssituationen eine wichtige Rolle (vgl. Staub 1981, S. 53 ff). Es ist kaum möglich, eine „moralische Haltung“ durch die Diskussion moralischer Fragen und Konflikte zu fördern, wenn jemand in einer feindlichen und bedrohlichen Umwelt lebt, welche Angst vor anderen Leuten, Feindseligkeit und eine ständige Sorge um das physische und psychische überleben bewirkt.

Schulische und außerschulische Arbeit kann – wie oben gezeigt – in vielfältiger Weise Zivilcourage ermutigen und fördern. Dies ge schieht u.a. durch Lernarrangements und Alltagssituationen, die helfen, Problemsituationen wahrzunehmen, gesellschaftliche Entwicklungen zu reflektieren, Empathie zu fördern, das Gewissen im Sinne demokratischer Werte zu schärfen, Selbstbewusstein gegen Autoritäten und Führer zu stärken und Gruppendruck zu widerstehen. Schule ist so ein Ort der Reflexion und Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Meinungen und Verhaltensweisen und motiviert und begleitet zivilcouragiertes Verhalten. Von besonderer Bedeutung ist dabei der Vorbildcharakter der Lehrkräfte.

Ein Projekt von:

Wir stärken Dich e. V.
Gartenstraße 2 -
74372 Sersheim
Tel. 07042 32035

E-Mail: info(at)wir-staerken-dich.org
Internet: www.wir-staerken-dich.org

In Zusammenarbeit:

Berghof Foundation Operations GmbH
Lindenstraße 34 - 10969 Berlin
Telefon: +49 (30) 844 154-0
info[at]berghof-foundation[dot]org
Internet: www.berghof-foundation.org

Wir stärken Dich e. V. - Gartenstraße 2 - 74372 Sersheim - info@wir-staerken-dich.org

Search