Familie und Kommune

Rolle der Familie in der Gewaltprävention „Meine Eltern sind für mich unersetzbar.“ Deniz W.

Dieser Baustein zeigt die Rolle und Bedeutung der Familie und der Kommune bei der Entstehung von Gewalt sowie der Gewaltprävention.

Häusliche Gewalt wird in ihren verschiedenen Dimensionen verdeutlicht. Grundlegende Handlungsmöglichkeiten werden dargestellt.

Gewaltprävention in der Schule kann ohne Einbeziehung der und Rückbindung an die Familie und das kommunale Umfeld nicht ge­lingen. Denn „Gewaltprävention muss schon in der Familie beginnen. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Kinder und Jugendliche Gewalt sozusagen erlernen. Wer als Kind gelernt hat, dass Konflikte mit Gewalt gelöst werden, tut dies vermehrt auch als Erwachsener. Um diesen Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen, haben wir in der vergangenen Legislaturperiode ein Recht des Kindes ‚auf gewaltfreie Erziehung‘ im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert. Es wurde klargestellt, dass Gewalt kein geeignetes Erziehungsmittel ist. Untersuchungen zeigen, dass die Häufigkeit körperlicher Bestrafungen in den letzten Jahren zurückgegangen ist“, so die Bundesjustizministerin Zypries (2003).

„Bei der primären Prävention gegenüber familiärer Gewaltanwendung geht es vor allem um den Abbau gewaltfördernder Leitbilder und Lernprozesse und um die soziale Reintegration der Familie. Grundlage der Eindämmung von Gewalt in der Familie ist der Abbau wirtschaftlicher und sozialer Stressphänomene mit den Mitteln der allgemeinen Sozialpolitik. Denn ein günstiges Sozial- und Wirtschaftsklima ist gleichzeitig ein günstiges Präventionsklima. Sekun­däre Prävention setzt regelmäßig ein ‚Umlernen’ der einzelnen von Gewalt betroffenen Familien im Umgang mit Konflikten und ihre Einbindung in ein Netz gezielt stützender Sozialbeziehungen voraus. Das Opfer von Gewalt in der Familie ist in besonderem Maße schutzbedürftig“ (Schwind u.a. 1989, S. 157).

Gewalt in der Kommune hat viele Gesichter. Sie zeigt sich als Folge extremer Armut, Ausgrenzung, Diskriminierung und Vernachlässigung oder tritt als Bedrohung, Verletzung und Tötung auf. Die verschiedenen Formen von Gewalt haben dabei oft ihre be­stimmten Orte: Stadtviertel, Straßen, Plätze, Szenen, Kneipen, usw. Wer Gewaltprävention betreibt, muss die Spielarten und Orte der Gewalt identifizieren, genau beobachten, um ihre Ursachen zu verstehen und daraus Gegenstrategien entwickeln zu können. Findet Gewalt in der Familie weitgehend hinter verschlossenen Türen, also im privaten Bereich statt, so ist Gewalt in der Kommune Teil des öffentlichen Lebens.

Familie, Schule und Kommune müssen zusammenarbeiten, wenn Gewaltprävention gelingen soll. Gerade der Familie, als primärer Sozialisationsinstanz kommt dabei besondere Bedeutung zu. Eltern in schulische Prozesse einzubeziehen und sie gleichzeitig auch in vielfältiger Weise zu unterstützen ist dabei wichtig. Die afrikanische Weißheit „Es bedarf eines ganzes Dorfes um ein Kind großzuziehen“ verdeutlicht die Bedeutung des kommunalen Umfeldes. Eine gewaltpräventive Schule muss mit kommunalen Einrichtungen kooperieren, sich im Gemeinwesen verankern und die Ressourcen des Gemeinwesens nutzen. Dieser Herausforderung sollte nicht als zusätzliche Belastung gesehen werden, sondern als Chance der gegenseitigen Hilfe und Bereicherung.

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